Warum Kurse erstaunlich oft an den gleichen Fibonacci-Bereichen reagieren
Ich trade Fibonacci-Retracements sehr häufig.
Vor allem zwei Bereiche interessieren mich dabei: die Golden Pocket zwischen 0,618 und 0,65 und das 0,786-Retracement.
Und selbst nach vielen Trades finde ich es immer wieder faszinierend:
Der Kurs läuft in einen dieser Bereiche – und reagiert.
Aber warum eigentlich?
Was ist ein Fibonacci-Retracement?
Märkte bewegen sich selten einfach nur gerade nach oben oder unten.
Nach einer stärkeren Bewegung kommt häufig eine Korrektur. Der Kurs läuft also einen Teil der vorherigen Bewegung wieder zurück.
Mit dem Fibonacci-Retracement kannst du diese Korrektur vermessen.
Dafür legst du das Fibonacci-Werkzeug über eine vorherige Kursbewegung. Anschließend zeigt es dir verschiedene Bereiche innerhalb dieser Bewegung.
Mich interessieren dabei besonders:
0,618–0,65: die Golden Pocket
und
0,786
Genau dort suche ich häufig nach möglichen Reaktionen des Marktes.
Aber warum funktioniert das?
Nicht, weil der Bitcoin weiß, was Fibonacci ist.
Und auch nicht, weil irgendwo im Chart eine magische Zahl versteckt ist.
Ein wichtiger Grund dürfte viel einfacher sein:
Sehr viele Trader beobachten dieselben Bereiche.
Dort liegen Kauf- und Verkaufsorders. Trader nehmen Gewinne mit, eröffnen Positionen oder platzieren ihre Stops.
Wenn genügend Marktteilnehmer auf ähnliche Bereiche achten, können genau dort tatsächlich Reaktionen entstehen.
Das Fibonacci-Level wird damit ein Stück weit zur selbsterfüllenden Prophezeiung.
Ein Fibonacci-Level ist noch kein Trade
Das ist allerdings der entscheidende Punkt.
Nur weil Bitcoin die Golden Pocket erreicht, gehe ich nicht automatisch long oder short.
Fibonacci zeigt mir einen interessanten Bereich. Nicht die Zukunft.
Ich möchte sehen, wie der Kurs dort reagiert und ob der Bereich auch zu meinem restlichen Setup passt.
Manchmal reagiert der Kurs perfekt.
Manchmal läuft er einfach hindurch.
Denn auch ein Fibonacci-Level ist am Ende nur ein Werkzeug.
Aber eines, das ich persönlich beim Trading erstaunlich häufig auf dem Chart habe.
Und wer war eigentlich Fibonacci?
Hinter dem Namen steckt der italienische Mathematiker Leonardo Fibonacci, der vor mehr als 800 Jahren lebte.
Bekannt wurde er unter anderem durch eine Zahlenfolge:
0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34 …
Dabei entsteht jede neue Zahl aus der Summe der beiden vorherigen.
Das Spannende daran: Verhältnisse, die mit dieser Zahlenfolge zusammenhängen, tauchen immer wieder in Mathematik und in Mustern der Natur auf.
Spiralen bei Pflanzen, die Anordnung von Blättern oder Samen und bestimmte natürliche Wachstumsformen werden häufig damit in Verbindung gebracht. Auch die berühmte Muschel wird gerne als Bild dafür verwendet.
Und aus diesen mathematischen Zusammenhängen stammt auch die wohl bekannteste Fibonacci-Zahl im Trading:
0,618.
Der Bereich, den wir Trader heute als Golden Pocket beobachten, hat seinen Ursprung also nicht im Trading.
Vielleicht macht genau das Fibonacci so faszinierend:
Eine jahrhundertealte mathematische Idee landet irgendwann auf unserem Bitcoin-Chart.