Freitag, 6. November 2026

Kai Mario

A-Book oder B-Book: Wohin gehen deine Trades wirklich?

A-Book oder B-Book: Wohin gehen deine Trades wirklich?

Gehen deine Trades an den echten Markt, oder wettet deine Plattform gegen dich? Was A-Book und B-Book bedeuten, warum es gerade so viel Wirbel darum gibt und was für dich wirklich zählt.
Funded Trading: Viel Kapital traden, wenig eigenes Geld riskieren

Du klickst auf „Kaufen“.

Deine Order ist raus. Aber wohin eigentlich?

Landet sie wirklich am Markt? Oder bleibt sie bei deiner Plattform, und die steht auf der anderen Seite deines Trades?

Genau darum geht es bei A-Book und B-Book.

Was ist A-Book?

Beim A-Book leitet die Plattform deine Order weiter. An den echten Markt, an eine Börse oder an grosse Liquiditätsanbieter wie Banken.

Die Plattform selbst ist nur der Vermittler.

Sie verdient an Gebühren, Kommissionen oder am Spread. Ob du gewinnst oder verlierst, ist ihr im Grunde egal. Im Gegenteil: Je länger du erfolgreich tradest, desto mehr Gebühren zahlst du.

Beim A-Book hat die Plattform kein Interesse daran, dass du verlierst.

Was ist B-Book?

Beim B-Book geht deine Order nicht an den Markt.

Die Plattform nimmt deinen Trade selbst an. Sie ist dein Gegenüber.

Gehst du long, ist sie quasi short. Gewinnst du, verliert sie. Verlierst du, gewinnt sie.

Das klingt erst einmal schlimm. Ist aber nicht automatisch Betrug. Viele Broker arbeiten so, besonders im CFD- und Forex-Bereich. Der Grund: Die meisten Privattrader verlieren ohnehin. Für die Plattform ist es dann günstiger, die Trades selbst zu halten, statt sie weiterzuleiten.

Das Problem ist der Interessenkonflikt. Eine Plattform, die an deinem Verlust verdient, könnte in Versuchung kommen, unfair zu werden. Schlechtere Preise, Ausführung mit Verzögerung, plötzliche Regeländerungen.

Und dazwischen: das Hybrid-Modell

In der Praxis arbeiten viele Plattformen gemischt.

Die Masse der Trader landet im B-Book. Sobald jemand dauerhaft profitabel ist, wird er ins A-Book verschoben, also an den Markt weitergeleitet. So sichert sich die Plattform ab.

Für dich als Trader ist von aussen oft gar nicht erkennbar, in welchem Buch du gerade bist.

Der Wirbel um Funded Accounts

Bei Funded Accounts ist die Sache noch einmal anders.

Hier tradest du in der Regel auf einem simulierten Konto. Zu echten Marktpreisen, aber deine Orders gehen nicht an den Markt. Die Prop-Firma verdient an den Account-Gebühren und zahlt dir deine Gewinne nach ihren Regeln aus.

Und genau hier entsteht gerade viel Diskussion. Ein Beispiel ist Vest Markets. Vest sagt, Trades von funded Tradern würden echt an den Markt gehen, also A-Book sein. Kritiker weisen darauf hin, dass in den Nutzungsbedingungen von simulierten Accounts die Rede ist. Beides gleichzeitig passt für viele nicht zusammen.

Wer am Ende recht hat, lässt sich von aussen schwer prüfen.

Was für dich wirklich zählt

Ich sage dir ganz ehrlich, wie ich das sehe:

Bei Funded Accounts ist mir egal, ob meine Trades an den echten Markt gehen.

Was mir nicht egal ist:

Echte Marktpreise. Die Kurse auf der Plattform müssen mit dem echten Markt übereinstimmen. Vergleich sie ruhig mal mit einem Chart von einer grossen Börse.

Faire Ausführung. Keine auffälligen Verzögerungen, keine seltsamen Kursspitzen, die nur auf dieser Plattform auftauchen und genau deinen Stop Loss treffen.

Klare Regeln. Was ist erlaubt, was nicht? Wann wird ausgezahlt? Alles muss vorher transparent sein und darf sich nicht plötzlich ändern.

Echte Auszahlungen. Das ist der wichtigste Punkt. Zahlt die Firma zuverlässig aus?

Wenn diese vier Punkte stimmen, ist A-Book oder B-Book für dich als Funded Trader zweitrangig.

Denn am Ende geht es nicht darum, wohin deine Order fliegt.

Es geht darum, ob dein Gewinn auf deinem Konto landet.


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